Adipositas Selbsthilfegruppe Ostercappeln
Patientenvereinigung im Landkreis Osnabrück gegen krankhaftes Übergewicht

Adipositas - Was ist das überhaupt?

Unter Adipositas versteht man krankhaftes Übergewicht (Fettsucht), welches die unterschiedlichsten Ursachen haben kann. Hierzu gehören u.a. hormonelle Störungen, genetische Faktoren oder auch psychische Ursachen. Viele Betroffene haben aufgrund von Diskriminierung und Vorurteilen ein vermindertes Selbstwertgefühl und verschließen sich anderen gegenüber. Aber auch und vor allem die physischen Folgen von Adipositas wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypertonie (Bluthochdruck), Atembeschwerden, Schlafapnoe (Atemaussetzer in der Nacht), orthopädische Probleme und viele weitere mehr sollten adipöse Patienten nicht außer Acht lassen. Adipositas steht außerdem mit dem metabolischen Syndrom in Verbindung.

Ab einem BMI (Body Mass Index) von 30 spricht man von Adipositas.


Die Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen anhand des BMI ist wie folgt:

BMI < 18,5

Untergewicht

BMI 18,5 – 24,9

Normalgewicht

BMI 25 – 29,9 kg/m 2

Übergewicht

BMI 30 – 34,9 kg/m 2

Adipositas Grad I

BMI 35 – 39,9 kg/m 2

Adipositas Grad II

BMI ≥ 40 kg/m 2

Adipositas Grad III


Hier kannst du deinen eigenen BMI berechnen (Achtung, externe Weiterverlinkung zur deutschen Adipositasgesellschaft).


Weiterführende Informationen zum Thema Adipositas erhältst du entweder bei uns in der Gruppe oder bei Wikipedia .

Operationsformen

In der modernen Adipositas Chirurgie gibt es 2 sehr häufig durchgeführte Arten von Magen Operationen.

Der RNY-Bypass und der Schlauchmagen. Es gibt mittlerweile auch weitere Operationsformen wie z.B. den Omega-Loop-Bypass, wir berichten aber hier nur über die bisher bei uns in der Gruppe angewandten Operationsmethoden.

Roux-en-Y Magenbypass (RNY)

Abbildung RNY Bypass


Beim RNY-Magenbypass wird der Magen wenige Zentimeter unterhalb des Mageneingangs abgetrennt. Es verbleibt ein Restmagen, der ca. 15ml fasst und als Bremse für die zugeführte Nahrung dient.

Der Dünndarm wird ebenfalls durchtrennt und mit dem einen Ende an den Restmagen angeschlossen und die andere Seite so umgeleitet, dass der Nahrungsbrei und die Verdauungssäfte erst im mittleren Dünndarm (nach ca.150 cm, je nach anatomischen Gegebenheiten) miteinander vermengt werden. Der vordere Teil des Dünndarms (Zwölffingerdarm) wird bei der Verdauung komplett umgangen.

Die Verdauungssäfte werden in den tieferen Darmabschnitten eingeleitet und somit kann erst hier die Verdauung durch die Aufspaltung der Nahrungsbestandteile beginnen. Die Folge ist, dass nicht alle Nahrungsbestandteile zerlegt werden können und somit nur ein Teil aufgenommen „resorbiert″ werden. Es stehen somit weniger Nahrungsbausteine dem Blut zur Verfügung. Die nicht verdaute Nahrung wird in den Dickdarm befördert. Es ist vorrangig ein malabsorptives Verfahren mit milder Restriktion.
(malabsorptiv: die Aufnahme der Nährstoffe aus dem Darm ist herabgesetzt)



Schlauchmagen (Gastric Sleeve)


 Das Prinzip der Bildung eines Schlauchmagens ist die Verkleinerung des Magenvolumens. Bei der minimalinvasiven Operation werden 90% des großen gewölbten Magenteils Fundus und Korpus, entfernt, so dass ein schlauchförmiger Restmagen übrig bleibt. Es ist ein restriktives Verfahren, die Verdauungsleistung bleibt erhalten. Das Magenvolumen wird auf 85 – 100 ml reduziert. Somit können nur sehr geringe Nahrungsmengen aufgenommen werden und eine Sättigung tritt rasch ein. 

Abbildung Gastric Sleeve